Reiseführer – La Orotava

La Orotava altes Gebäude

La Orotava ist das kanarische Zentrum des Nordens von Teneriffa und der Namensgeber für das Orotavatal. Auch wenn das an der Küste liegende Puerto de la Cruz durch seine Hotels den Eindruck erweckt, als wäre es die größere Stadt, hat La Orotava doch deutlich mehr Einwohner. Im Tourismus spielt die Stadt vor allem durch seinen Verwaltungsbereich eine große Rolle, der den Teide Nationalpark mit einschließt. Hinzu kommt noch die schöne Altstadt, die viele Tagesausflügler anzieht, da die Stadt eine lange Geschichte hat.

Wer seinen Urlaub in La Orotava verbringt liegt in einer sehr günstigen Position, denn zum Einen ist man sowohl mit dem Bus,als auch mit einem Mietwagen schnell an der Küste und den schönen Stränden, aber eben nicht im Tourismusrummel drin, zum Anderen liegen oberhalb der Stadt wunderschöne Wälder mit weiten Wandergebieten. Auch die Straße zum Teide führt direkt durch La Orotava durch.

Fakten und Zahlen zu La Orotava

41500 Einwohner (Stand Januar 2017) leben auf einer Gesamtfläche von 207,31 km², die das Gemeindegebiet hat und somit die Größte der 30 Gemeinden auf Teneriffa darstellt. Das Zentrum befindet sich auf einer Höhe von 390 Metern über dem Meer und die Postleitzahl der Stadt ist 38300. Wer La Orotava auf der Karte suchen möchte findet es mit den Koordinaten 28° 22′ N, 16° 31′ W.

Die Geschichte von La Orotava

La Orotava Blick über die Stadt

Nachdem Teneriffa im Jahr 1496 durch die Spanier erobert worden war, begann umgehend die Aufteilung der Insel in verschiedene Bereiche. Dabei war das Orotavatal aufgrund seiner üppigen Vegetation direkt sehr beliebt, da es deutlich fruchtbarer ist, als die Gebiete im Süden. Daher wurde dieser Landstrich direkt den Freunden und Verwandten des Eroberers Adelantado Alonso Fernández de Lugo vermacht, die hier anfingen zu siedeln. 1504 wird hier gerne als das Gründungsjahr genannt, wobei es sich jedoch noch um eher lose Siedlungen handelte. Diego de Mesa, seines Zeichens Kavallerie-Hauptmann, begann dann zwei Jahre später, im heutigen Gebiet der Stadt der Stadt die ersten Straßen, Grundstücke und öffentliche Flächen anzulegen, wobei die Stadt unter der Gerichtsbarkeit und Verwaltung der damaligen Hauptstadt San Cristobal de La Laguna unterlag. Wie alle wichtigen Städte wurde La Orotava nicht direkt an der Küste angelegt, sondern ein wenig im Landesinneren, was einen bestimmten Grund hatte. Auf diese Art und Weise war man vor den Schiffen von Piraten, Engländern und Portugiesen sicher und hatte nur den Hafen an der Küste.

In der Agrarwirtschaft von La Orotava spielte in der damaligen Zeit vor allem das Zuckerrohr die Hauptrolle und die Stadt beherbergte mehrere Zuckerrohrfabriken, für deren Betrieb portugiesische Facharbeiter aus Madeira geholt worden sind. Die Felder selbst wurden durch Sklaven aus Afrika bearbeitet und das Holz, das zum Heizen in den Fabriken benötigt wurde, stammte aus den umliegenden Wäldern.

Der Weinanbau, für den Teneriffa bekannt ist, eroberte La Orotava erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts, da die Produktion des Zuckers in Amerika deutlich günstiger war.

Verschifft wurden die selbst angebauten waren über zwei Häfen. Zunächst war es der Hafen von Garachico, der einer wichtige Rolle beim Export spielte, was aber auch einen zusätzlichen Transportweg bedeutete. Daher wurde auch von der Küste unterhalb der Stadt, dem Hafen Puerto de la Orotava zusehends mehr Waren verschifft. Ein Mitglied des Inselrates, Antonio Franchi Lutzardo y Ponte del Castillo, sah hier eine gute Gelegenheit und begann 1603 damit den Hafen, der sich dann im Laufe der Zeit zur Stadt Puerto de la Cruz entwickelte, auszubauen.

Der Weinhandel und Weinanbau waren für La Orotava ein lukratives Geschäft und die Stadt wuchs schnell. gegen den Willen der Stadt La Laguna erhielt die La Orotava bereits im Jahr 1648 durch den spanischen König Philipp IV. das Stadtrecht und hatte seine Geschicke nun selbst in der Hand, die durch 12 verdiente Familien geleitet wurden. Viele der prachtvollen Bauten der Stadt stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind der Grund dafür, dass La Orotava viele Tagestouristen anzieht.

Eine Krise erlebte die Stadt, nachdem der Weinanbau im 18. Jahrhundert durch die Reblaus und einige kriegerische Auseinandersetzungen, besonders mit den Engländern, zurück ging. Es dauerte bis ins 20. Jahrhundert zu einem Wiederaufschwung der Wirtschaft, da der Anbau der kanarischen Banane mit ins Spiel kam. Als dann auch noch der Tourismus mit des 20. Jahrhunderts einsetzte, konnte sich La Orotava wirtschaftlich wieder richtig festigen.

Unsere Tipps für La Orotava

La Orotava Kirchturm

Die Kirche Nuestra Señora de la Concepción

Die aus dem ende des 18. Jahrhunderts stammende Kirche ist eines der bekanntesten Gebäude der Stadt und immer eine Besichtigung wert.

Casa de los Balcones

Die Casa de los Balcones ist ein sehr guter Ort, um sich ein paar Andenken zu kaufen und zeigt einen typisch kanarischen Innenhof, den so genannten Patio, mit den traditionellen und aus Holz geschnitzten Balkonen.

Plaza de la Constitución

Dieser Platz ist auch als Balkon von La Orotava bekannt und bietet neben Cafés auch einen tollen Aussicht über den Ort bis runter nach Puerto de la Cruz. Hier kann man prima Pause machen, wenn man aus den als nächstes genannten Gärten kommt.

Jardines del Marquesado de la Quinta Roja

Diese Gärten, die auch als Jardín Victoria bekannt sind, liegen gleich oberhalb der Plaza de la Constitución. Hier kann man kostenlos flanieren und die Aussicht genießen, denn die Gärten sind Terrassenförmig am Hang angelegt.

Festlichkeiten

Wer die Chance hat, sich die Feierlichkeiten in La Orotava anzusehen, sollte diese auf jeden Fall nutzen. Sei es die Romería mit den Ochsenwagen, den Lavasandbildern auf dem Rathausplatz und den Blumenteppichen, der Baile de Mago oder der Karneval: Er wird herrlich kanarisch gefeiert die Besucher kommen aus allen Bereichen der Insel, um dabei zu sein.

Ein Besuch der Stadt lohnt sich auf jeden Fall und gerne helfen wir bei Fragen weiter.

Hier finden Sie alles für Ihren Urlaub in La Orotava

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