Der Schatz der María Galante

Schatz, Goldschatz, María Galante, Garachico

Um die Kanareninsel Teneriffa ranken sich viele Mythen und Geschichten. Piraten, Engländer, Spanier und Händler der gesamten Welt gaben sich auf der größten Insel der Kanaren die Klinke in die Hand und legendäre Schlachten fanden hier statt. Da ist es nicht verwunderlich, dass es bis heute einen Schatz auf Teneriffa gibt, der noch nicht geborgen werden konnte. Es handelt sich um den Schatz auf der Galeone “María Galante”, die beim Vulkanausbruch 1706 im Hafen von Garachico lag.

Garachico im Jahr 1706

Garachico war zu dieser Zeit der wichtigste Hafen der Insel und lag auf der so genannten Silberroute der Spanier, die des öfteren mit großen Schiffen vor Ort lagen, die aus der neuen Welt kamen und die dort erbeuteten Schätze an Board hatten. Wegen dieser, aber auch wegen der Händler, die exotische Waren wie, Kakao, Tabak und andere Dinge auf die Insel brachten, wurde Garachico damals mit dem Beinamen “Puerto Rico”, dem reichen Hafen, versehen. Es gibt sogar Gerüchte, dass die Straße “Calle del Sol” damals mit Marmor ausgelegt war und nur von der Oberschicht betreten werden durft. Die Ausnahme war ein einziger Tag in der Woche, an dem hier auch das gewöhnliche Volk entlang spazieren durfte.

Der Schatz und der Vulkanausbruch

Kommen wir zu dem Tag, an dem die reiche Stadt ihre schwerste Stunde hatte: den 5. Mai 1706. Laut der kubanischen Schriftstellerin Dulce María Loynaz lagen an diesem Tag mehrere Schiffe in Garachico, die wertvolle Fracht geladen hatten. So hatte der Graf von La Gomera offenbar für seine Töchter einige Kostbarkeiten für seine Töchter gekauft und ein Handelsschiff aus Flandern lieferte Spitzenborte, Samt und andere feine Stoffe an. Dazu gesellte sich eine venezianische Galeere, die Elfenbein, Perlmutt; Ebenholz, so wie orientalische Parfums und getrocknete Feigen dabei hatte. Aber der Star des Tages war die spanische Galeone “María Galante”. Sie lieferte ebenfalls viele exotische Waren an, hatte aber auch einen Goldschatz geladen, der für den spanischen König gedacht war und das Schiff natürlich nicht verlassen sollte. Der Umfang und der Wert dieses Schatzes sollen nicht zu schätzen gewesen sein.

Am Morgen des 5. Mai 1706 geschah dann das Unfassbare und der Montaña de Trevejo spuckte Lava. Da sich dieser Berg etwas mehr als 3 Kilometer von Garachico entfernt befindet, vernichtete der riesige Lavastrom zunächst das kleine Dorf El Tanque, ehe sich mehrere Ströme auf den Weg zur Küste machen. Einer Chronik zufolge wurde der Hafen von Garachico dann in den Abendstunden vom westlichsten der Lavaströme verschüttet.

Im Anblick der drohenden Gefahr machte sich die Mannschaft bereits in den Morgenstunden daran, die “María Galante” seetüchtig zu kriegen und das Schiff in Sicherheit zu bringen. Allerdings war es bereits zu spät, denn das Hafenbecken von Garachico war bereits von erstarrten Lavaströmen umkreist, als die Galeone auslaufen wurde, und so wurde das stolze Schiff in den Abendstunden zusammen mit dem Hafen von der Lava verschluckt.

Seither liegt der sagenhafte Schatz noch immer vor der Küste Teneriffas und zog natürlich auch schon einige Schatzsucher an. Durch Ausbruchsversuch der “María Galante” lässt sich allerdings nicht genau sagen, wo sie verschüttet wurde, was für die Suche alles Andere als günstig ist. Es wurden bereits Schächte gegraben und das Gestein wurde mit modernsten Mitteln untersucht, was bisher allerdings keinen Erfolg brachte. Und somit ist Teneriffa bis heute eine echte Schatzinsel, wie sie im Buche steht.

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